Der Verein

KRAFTSPORTVEREIN  WEISSENSEE  e.V. gegründet 1912

eingetragen im Vereinsregister Amtsgericht Sömmerda Nr. 159  *  Gegründet 1912

Mitglied im Sport- u. Jugendvereinsring Weißensee,  Kreissportbund Sömmerda , Landessportbund Thüringen Vereinsnr. 31011
Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer

Vorstand:  Carsten Hauschild  –  Jörg Neumann  –  Sigrid Habermann  –  Uwe Szuggar

Bankverbindung : Sparkasse Mittelthüringen Bankleitzahl 820 51000 Konto 1400 17186

Geschäftsadresse :

Carsten Hauschild

Kirchplatz 4

 99631 Günstedt

Telefon 036374 36817

Fax 036374 36818

Mobil 0173 572 70 70

E-Mail : mail @ kraftsportweissensee . de 

Internet : www.kraftsportweissensee.de

KRAFTSPORTVEREIN WEISSENSEE e.V. – Ein Verein mit Tradition und Zukunft

Am Anfang des letzten Jahrhunderts bildeten sich vielerorts Schwerathletik- oder Kraftsportvereine. Diesen Weg gingen auch die Weißenseer, durch eine Ausgründung aus den Reihen des Männerturnvereins Weißensee. Diese Vermutung wird durch die im Vereinsarchiv befindlichen Fotodokumente aus dem Jahr 1909 gestützt. Im Januar 1912 beurkundeten 25 Männer mit ihrer Unterschrift die Gründung des Kraftsportverein Weißensee.

Kraftsportklub Weißsee um 1920

Neben Hantelsport gehörten in den frühen Jahren auch Ringen, Boxen und Rasenkraftsport zum  Übungsumfang. Vereinsheim und Sportstätte war der damalige Salon, eine Gaststätte mit Saal an der Promenade, in deren Außenanlagen auch schon mal die Hantel auf der Wiese gehoben wurde. Umfangreiche Dokumente belegen die Aktivitäten des Vereins in dieser Zeit genauso wie die Erfolge in den Gründungsjahren. Nachdem die Hanteln in den Nachkriegsjahren des 2. Weltkrieges zwischenzeitlich in der Runneburg gehoben wurden, fristeten sie in den siebziger Jahren ein trostloses Dasein im Geräteraum der alten Sporthalle am Fischhof in Weißensee. Mit dem Aufschwung der Jugendarbeit und der Verbesserung der Freizeitangebote im Ort, ergaben sich auch für die sportlichen Interessen der Jugend neue Möglichkeiten. Nach wenigen Trainingseinheiten im Jugendclub, mit der Hantel im Klubraum und der steigenden Zahl der Mitstreiter wurde im Jahr 1982 mit der Einrichtung eines ersten Kraftraumes, als Zweigstelle des Jugendclubs, in Eigeninitiative begonnen. Mit vielen Stunden Arbeit und ebenso vielen Ideen wurde nicht nur der Raum sondern auch ein erster Gerätepark gebaut. Nach der Devise „Vom Schrott zum Sportgerät“ wurde aus Abfällen und Maschinenteilen vom Entwurf über die Materialbeschaffung bis zur Montage die gesamte Realisierung durch die Sportler selbst erbracht. Wir starteten damals noch aus taktischen Gründen als Sportgemeinschaft des Jugendclubs, denn Kraftsport war trotz seiner heimischen Traditionen noch als Trendsport der aus Amerika kam, zumindest mit Vorsicht zu begegnen. Das Ausbauen von Sporträumen gehörte noch mehrere Jahre zum Tagesgeschäft des Vereins. Aus verschiedenen und durchaus immer objektiven Gründen standen in den Jahren 1990, 1997 und 2012 jeweils Umzüge in neue Räumlichkeiten an. Immer verbunden mit neuen Ideen und Möglichkeiten unseren Sport noch interessanter und intensiver zu betreiben. Dank der kontinuierlichen Unterstützung durch die Stadt Weißensee und langjährige Unterstützer und Förderer, wie die Elektro-Weißensee GmbH konnten mehrmals neue Trainingsräume geschaffen werden. Nachdem das erste Objekt in der Bahnhofstraße 2 wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse geräumt wurde, bestimmte über mehrere Jahre das „räumliche Kellerdasein“ den Ort des Kraftsports. Das war uns aus baustatischen Gründen sehr gelegen, denn unsere Ausrüstung wiegt schon mehrere Tonnen  und die bewältigten Lasten durchaus weit über 200 Kilogramm. Sowohl im ehemaligen Jugendheim am Schreberplatz und als auch in den Kellern der vormaligen Ambulanz frönten die Kraftsportler ihrem Hobby bevor 2012 im 100. Jubiläumsjahr der vorerst letzte Umzug anstand. Der Wunsch, mit der Wasserstraße das jetzige Trainings- und Vereinsquartier längerfristig zu nutzen besteht. Kraftsport in Weißensee war in den letzten 35 Jahren aber nicht nur Training für große Kraft und starke Oberarme. Neben einer großen Zahl an Eigenleistungsstunden in den Unterhalt von Raum und Gerät, gehörte und gehört auch ein vielseitiges Engagement in der Stadt Weißensee zum Alltag. Mal waren es die Kohlen die für den Seniorenklub in den Keller mussten, mal war es ein Sportfest, das zu organisieren oder mit zu gestalten war, mal waren es die Schrott- oder Sperrmüllaktionen, wir waren dabei. Sportwerbeaktionen, die auch auf der Bühne des Wasserfestes und der auf der DISCO-Tanzfläche des Palmbaumsaales durchgeführt wurden, gehörten dazu wie ein Arbeitseinsatz an der Baustelle des Milchmuseums oder die Teilnahme an fast allen Höhepunkten der Stadt, von der Jahrfeier, Umzügen im Karneval und zum Stadtfest bis zum Drachenbootrennen, dem Cross der deutschen Einheit und vielem mehr.  Doch all diese Aktivitäten konnten uns nicht vom ursprünglichem Vereinsziel, dem Kraftsport und den damit verbundenen Zielen abbringen. Die sportlichen Ergebnisse können sich durchaus mehr als sehen lassen. In den achtziger Jahren im Bezirk Erfurt, wir starteten im Kraftsportzweikampf aus Bankdrücken und Kniebeugen, wie auch nach der Wende im damals jungen Land Thüringen konnte der KSV Weißensee, mit beachtlichen sportlichen Ergebnissen aufwarten. In den Anfangsjahren des neuzeitlichen Kraftsports zeigten sich die Trainingserfolge in den Ergebnissen noch bei Vergleichswettkämpfen mit befreundeten Sportgemeinschaften wie Robotron Sömmerda oder in den Athletikwettstreiten der Ordnungsgruppen bzw. im Fernwettkampf um den stärksten Lehrling. Doch der erste Start bei Kraftsportwettkämpfen von Jens Mannigel, Kay Ritter und Carsten Hauschild in der Thüringenhalle von Erfurt oder der erste Bezirksmeistertitel durch Kay Ritter sind ebenso unvergessen und wurden nahtlos in  den neunziger Jahren fortgeführt. Die Kraftsportler aus Weißensee gehörten zu den Gründungsmitgliedern des Thüringer Athletenverbandes.

Der Vorstand v.l.n.r: Uwe Szuggar, Jörg Neumann, Sigrid Habermann, Carsten Hauschild

Wir starteten nun zu Thüringer Landesmeisterschaften und in der neuen Landesliga in Thüringen im Dreikampf, das Kreuzheben war als neue Disziplin dazu gekommen. Mit Matthias Schäfer konnten wir bald, 1992 in Artern, den ersten Thüringer Landesmeister und Landesrekordhalter im Bankdrücken aus den Reihen unseres Verein feiern. Neben dem wettkampforientierten Sport etablierte sich auch der Fitness- und Gesundheitssport in unserem Verein. Wenn über das erste Ergometer noch geschmunzelt wurde, so merkten die fanatischen Eisenstemmer bald die Vorzüge dessen zu schätzen. Heute ist der Fitnesssport eine der Stärken unseres Vereins. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die Geselligkeit die mit unseren Frauensportgruppen in den Vereinsalltag einzog und die Entwicklung der Mitgliederzahlen die sich in den letzten Jahren bei stabil über 100 eingependelt hat. Der KSV ist heute einer der größten Vereine der Stadt und des Landesverbandes. Große Bedeutung hat seit Jahren die  Nachwuchsarbeit des Vereins. Neben unserer „Zweigstelle“ in Günstedt die im Jahr 2008 eröffnet wurde, den Sportprojekten die mit Partnerschaften zwischen dem Verein und anderen Institutionen wie dem Kindergarten, der Grundschule von Weißensee und Günstedt oder der Regelschule durchgeführt wurden und werden, hat sich unser Verein auch in Deutschland einen Namen mit seiner kontinuierlichen Nachwuchsarbeit gemacht. Nachdem 1992 mit Marco Zipperer der Auftakt auf den gesamtdeutschen Heberbohlen gemacht werden konnte, gehören heute der Start und die erfolgreiche Teilnahme an Deutschen Meisterschaften zum festen Bestandteil der Jahresplanung und fanden 2014 mit dem Gewinn der Bronzemedaille der Deutschen-Jugendmannschaftmeisterschaft im Kraftdreikampf eine besondere Würdigung. Zu den Aushängeschildern des KSV gehören unsere starken Mädchen. Besondere Erwähnung sollen hier Marie Hauschild, mit über 10 Deutschen Meistertiteln und mehreren Deutschen Rekorden und Celine Hein, der als erster Sportlerin des KSV der Sprung in die Nationalmannschaft gelang sowie Celine Alperstedt und Amely Mendyka, beide mehrfache Medaillengewinnerin bei Deutschen Meisterschaften finden. Celine Hein steht mit dem Start bei den Europameisterschaften im März dieses Jahres der bisherige Höhepunkt ihrer noch jungen Laufbahn bevor.

All das wäre nicht möglich ohne die stillen Helden des Alltags, die „Macher“ des Vereins, die sich über Jahre für die Ziele des Vereins einsetzen und diese wesentlich unterstützen und vorantreiben. Die Kontinuität die unser Verein in dieser Hinsicht an den Tag legt, hat vor einigen Jahre sogar Niederschlag in der Satzung gefunden.

Wir haben aus gegebenem Anlass die Amtszeit unseres Vorstandes von 2 auf 5 Jahre verlängert, nachdem er zehnmal in der gleichen Zusammensetzung wiedergewählt wurde. In unserer Stadt, die mit Traditionen, Geschichte und Jubiläen sicher geübt und verwöhnt ist, haben wir etwas besonders zu bieten. Seit mehr als 25 Jahren ist der Vorstand des Kraftsportvereins Weißensee in der personell gleichen Besetzung tätig. Neben vielfältigen weiteren ehrenamtlichen Engagement können Sigrid Habermann, Jörg Neumann, Uwe Szuggar und Carsten Hauschild in Summe auf mehr als 100 Jahre Erfahrung Vereinsarbeit beim KSV Weißensee e.V. zurückschauen und sind dennoch jung genug um unseren schönen Sport und traditionsreichen Verein noch weiter zu bringen.

 

Bildnachweis (von oben) : Historisches Archiv der Stadt Weißensee, 2xKraftsportverein Weißensee, Stefanie Stockhaus

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