Der Verein
KRAFTSPORTVEREIN WEISSENSEE e.V. – Ein Verein mit Tradition und Zukunft

Am Anfang des letzten Jahrhunderts bildeten sich vielerorts Schwerathletik- oder Kraftsportvereine. Diesen Weg gingen auch die Weißenseer, durch eine Ausgründung aus den Reihen des Männerturnvereins Weißensee. Diese Vermutung wird durch die im Vereinsarchiv befindlichen Fotodokumente aus dem Jahr 1909 gestützt. Im Januar 1912 beurkundeten 25 Männer mit ihrer Unterschrift die Gründung des Kraftsportverein Weißensee. Neben Hantelsport gehörten in den frühen Jahren auch Ringen, Boxen und Rasenkraftsport zum Übungsumfang. Vereinsheim und Sportstätte war der damalige Salon, eine Gaststätte mit Saal an der Promenade, in deren Außenanlagen auch schon mal die Hantel auf der Wiese gehoben wurde. Umfangreiche Dokumente belegen die Aktivitäten des Vereins in dieser Zeit genauso wie die Erfolge in den Gründungsjahren. Nachdem die Hanteln in den Nachkriegsjahren des 2. Weltkrieges zwischenzeitlich in der Runneburg gehoben wurden, fristeten sie in den siebziger Jahren ein trostloses Dasein im Geräteraum der alten Sporthalle am Fischhof in Weißensee. Mit dem Aufschwung der Jugendarbeit und der Verbesserung der Freizeitangebote im Ort, ergaben sich auch für die sportlichen Interessen der Jugend neue Möglichkeiten. Nach wenigen Trainingseinheiten im Jugendclub, mit der Hantel im Klubraum und der steigenden Zahl der Mitstreiter wurde im Jahr 1982 mit der Einrichtung eines ersten Kraftraumes, als Zweigstelle des Jugendclubs, in Eigeninitiative begonnen. Mit vielen Stunden Arbeit und ebenso vielen Ideen wurde nicht nur der Raum, sondern auch ein erster Gerätepark gebaut. Nach der Devise „Vom Schrott zum Sportgerät“ wurde aus Abfällen, Schrott und Maschinenteilen vom Entwurf über die Materialbeschaffung bis zur Montage die gesamte Realisierung durch die Sportler selbst erbracht. Wir starteten damals noch aus strategischen Gründen als Sportgemeinschaft des Jugendclubs, denn Kraftsport war trotz seiner heimischen Traditionen noch als Trendsport der aus Amerika kam, zumindest mit Vorsicht zu begegnen. Das Ausbauen von Sporträumen gehörte noch mehrere Jahre zum Tagesgeschäft des Vereins. Aus verschiedenen und durchaus immer objektiven Gründen standen in den Jahren 1990, 1997 und 2012 jeweils Umzüge in neue Räumlichkeiten an. Immer verbunden mit neuen Ideen und Möglichkeiten unseren Sport noch interessanter und intensiver zu gestalten und zu betreiben. Dank der kontinuierlichen Unterstützung durch die Stadt Weißensee und langjährige Unterstützer und Förderer, wie die Elektro Weißensee GmbH konnten mehrmals neue Trainingsräume geschaffen werden. Nachdem das erste Objekt in der Bahnhofstraße 2 wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse geräumt wurde, bestimmte über mehrere Jahre das „räumliche Kellerdasein“ den Ort des Kraftsports. Das war uns aus baustatischen Gründen sehr gelegen, denn unsere Ausrüstung wiegt schon mehrere Tonnen und die bewältigten Lasten durchaus weit über 200 Kilogramm. Sowohl im ehemaligen Jugendheim am Schreberplatz und als auch in den Kellern der vormaligen Ambulanz frönten die Kraftsportler ihrem Hobby bevor 2012 im 100. Jubiläumsjahr des Vereins der vorerst letzte Umzug anstand. Der Wunsch, mit der Wasserstraße das jetzige Trainings- und Vereinsquartier längerfristig zu nutzen besteht, wenn auch die Planungen einer Mitnutzung des Schützenhauses inklusive der Möglichkeit zur Ausrichtung von überregionalen Meisterschaften durchaus interessant erschienen. Kraftsport in Weißensee war in den letzten 45 Jahren aber nicht nur Training für große Kraft und starke Oberarme. Neben einer großen Zahl an Eigenleistungsstunden in den Unterhalt von Raum und Gerät, gehörte und gehört auch ein vielseitiges Engagement in der Stadt Weißensee zum Alltag. Mal waren es die Kohlen die für den Seniorenklub in den Keller mussten, mal war es ein Sportfest, das zu organisieren oder mit zu gestalten war, mal waren es die Schrott- oder Sperrmüllaktionen, Helbefege etc. wir waren dabei. Sportwerbeaktionen, die auch auf der Bühne des Wasserfestes, beim Kreissporttag, zu Firmenfeiern, zu Jubiläen von befreundeten Vereinen und der auf der DISCO-Tanzfläche des Palmbaumsaales durchgeführt wurden, gehörten dazu wie ein Arbeitseinsatz an der Baustelle des Milchmuseums oder die Teilnahme an fast allen Höhepunkten der Stadt, von der Jahrfeier, Umzügen im Karneval und zum Stadtfest bis zum Drachenbootrennen, dem Cross der deutschen Einheit und vielem mehr. Doch all diese Aktivitäten konnten uns nicht vom ursprünglichem Vereinsziel, dem Kraftsport und den damit verbundenen Zielen abbringen. Die sportlichen Ergebnisse können sich durchaus mehr als sehen lassen. In den achtziger Jahren im Bezirk Erfurt, wir starteten im Kraftsportzweikampf aus Bankdrücken und Kniebeugen, wie auch nach der Wende im damals jungen Land Thüringen konnte der Kraftsportverein Weißensee, mit beachtlichen sportlichen Ergebnissen aufwarten. In den Anfangsjahren des neuzeitlichen Kraftsports zeigten sich die Trainingserfolge in den Ergebnissen noch bei Vergleichswettkämpfen mit befreundeten Sportgemeinschaften wie Robotron Sömmerda oder in den Athletikwettstreiten der Ordnungsgruppen bzw. im Fernwettkampf um den stärksten Lehrling. Doch der erste Start bei Kraftsportwettkämpfen von Jens Mannigel, Kay Ritter und Carsten Hauschild in der Thüringenhalle von Erfurt oder der erste Bezirksmeistertitel durch Kay Ritter sind ebenso unvergessen und wurden nahtlos in den neunziger Jahren fortgeführt. Die Kraftsportler aus Weißensee gehörten zu den Gründungsmitgliedern des Thüringer Athletenverbandes. Wir starteten nun zu Thüringer Landesmeisterschaften und in der neuen Landesliga in Thüringen im Dreikampf, das Kreuzheben war als neue Disziplin dazu gekommen. Mit Matthias Schäfer konnten wir 1992 in Artern den ersten Thüringer Landesmeister und Landesrekordhalter im Bankdrücken aus den Reihen unseres Verein feiern. Neben dem wettkampforientierten Sport etablierte sich auch der Fitness- und Gesundheitssport in unserem Verein. Wenn über das erste Ergometer noch geschmunzelt wurde, so merkten die „Eisen-Stemmer“ bald die Vorzüge dessen zu schätzen. Heute ist der Fitnesssport eine der Stärken unseres Vereins. Die Mitgliederzahlen liegen in den letzten Jahren bei ca. 150 Aktiven von 2 bis 90 Jahren Lebensalter. Der Kraftsportverein ist heute einer der größten Vereine der Stadt und des Landesverbandes, dem Thüringer Athletenverband. Große Bedeutung hat seit Jahren die Nachwuchsarbeit des Vereins. Eine beachtliche Zahl von Titeln und Rekorden sind nur die die zählbaren Erfolge, neben unserer „Zweigstelle“ in Günstedt die im Jahr 2008 eröffnet wurde, den Sportprojekten die mit Partnerschaften zwischen dem Verein und anderen Institutionen wie dem Kindergarten, der Grundschule von Weißensee und früher Günstedt oder der Regelschule durchgeführt wurden und werden, gehören heute der Start und die Teilnahme an Landes Meisterschaften Thüringens und Deutschen Meisterschaften zum festen Bestandteil der Jahresplanung. Wir engagierten uns auch im Bereich Flüchtlinge, aber vor allem integrieren wir seit vielen Jahren sportlich interessierte in unseren Verein, so sind die Sportler und Sportlerinnen aus vielen Nationen von Afghanistan, Brasilien, Italien, Kolumbien, Polen, Ungarn, Ukraine, bis Spanien in unserer Mitgliederhistorie vertreten, ohne die Zahlreichen Gäste zu vergessen, die als Besucher unserer Stadt oder als Gäste unserer Mitglieder unsere Gastfreundschaft als Thüringer gern genießen.

Zu den Aushängeschildern des Vereins gehören unsere starken Mädchen und Frauen. Besondere Erwähnung sollen hier Marie Hauschild, mit einer Vielzahl Deutschen Meistertiteln im Nachwuchsbereich und mehreren Deutschen Rekorden und Celine Hein, der als erster Sportlerin des KSV der Sprung in die Nationalmannschaft erreichte, finden. Celine gehört mit dem Gewinn von Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften der Junioren, genauso wie Marie mit ihrer Teilnahme an den Word Games 2022 im Erwachsenenbereich in Amerika zu den erfolgreichsten Athleten die unser Verein hervorgebracht hat, beide haben jetzt ihren Lebensmittelpunkt in sportlichen und privaten Bereich in der Landeshauptstadt gefunden. Als jüngstes Talent trägt seit einem Jahr die talentierte Annelie Blankenburg unsere Hoffnungen. Wir starten in fast allen Altersklassen, u.a. 2026 erstmals mit einer reinen Damenmannschaft zu Thüringer Mannschaftsmeisterschaft im Kraftdreikampf, mit dem mehrmaligen Gewinn der Jugendmannschafts-Meisterschaft im Kraftdreikampf und Bankdrücken und der Ausrichtung des Jugend-CLASSIK-WETTBEWERB seit anderthalb Jahrzehnten, mit über einhundertzwanzig Powerlifter im Wettkampfbetrieb der vergangenen Jahre und fast 1000 Wettkämpfen in annähernd 45 Jahren blicken wir auf eine erfolgreiche Vereinsgeschichte zurück.
All das wäre nicht möglich ohne die stillen Helden des Alltags, die „Macher“ des Vereins, die sich über viele Jahre für die Ziele des Vereins einsetzen und diese wesentlich unterstützen und vorantreiben, ob im Wahlamt als Vorstand, Kassenprüfer oder Jugendwart, als Kampfrichter, Trainer, Übungsleiter, Helfer oder Fahrer, unverzichtbar in der Versorgung, Zeugwart, Raumpfleger, Winterdienst, Pressenwart, Web-Designer…allen genannten und ungenannten unseren herzlichen Dank und die besten Wünsche für eine starke und gesunde Zukunft.
Carsten Hauschild
Vorstand
Kraftsportverein Weissensee e.V.